KANDACE SPRINGS

ALBUM: „INDIGO“ : VÖ: 07.09.2018

"Sie hat eine seltene Fähigkeit, die nicht gelehrt werden kann - wie eine alte Seele zu klingen und nur das zu tun, was ihr im Blut liegt", meinte John Fordham vor zwei Jahren im Guardian über Kandace Springs, als die junge Sängerin und Pianistin ihr faszinierendes Blue-Note-Debüt "Soul Eyes" herausbrachte. Auf ihrem zweiten Album "Indigo" bleibt sich Kandace Springs treu und klingt doch zugleich erfrischend anders. Die Musik von "Indigo" ist schlicht und funky. Klassisch, aber zeitgemäß. Geradlinig in der Art und Weise, wie komplexe Ideen und Genres aufgeschlüsselt werden. Und letzten Endes unbestreitbar menschlich. Für die in Nashville geborene Künstlerin, die nach Aufenthalten in New York und Los Angeles wieder in die "Music City" zurückgekehrt ist, stellt "Indigo" trotzdem keine wirkliche Wiedergeburt dar. Denn ihre Markenzeichen - die rauchige, aber geschmeidige Stimme und das ausdrucksvolle Klavierspiel - kommen auch hier wieder bestens zur Geltung. Es ist nur so, dass Kandace diesmal all das entfesselt, was schon immer in ihr steckte.

Als Kandace ihr neues Album in Angriff nahm, stellte sie sich eine Frage, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. "Was würde Nina Simone tun, wenn sie die heutige Technologie zur Verfügung hätte? Man konnte Nina nie eine Schublade stecken - auf einen Blues ließ sie ein klassisches Stück folgen, dann einen Jazzstandard und schließlich ein Beatles-Cover. Davon habe ich mich bei diesem Album sehr inspirieren lassen - es ist eine Mischung aus allem, was ich bin. "

"Indigo" bietet einem Songs, die klassische Kompositionen mit Quiet-Storm-Coolness verwirbeln, jazzige Gelassenheit mit Hip-Hop-Schwung, tropische Wärme mit gefühlvoller Tiefe und erdige Grooves mit luftiger Ausgeflipptheit. Produziert wurde das Ganze mit Ausnahme von zwei Tracks von dem grandiosen Schlagzeuger Karriem Riggins, der ein lebendes Bindeglied zwischen Oscar Peterson und Diana Krall, Erykah Badu und J Dilla ist. Ihm gelang es auf "Indigo" eine Atmosphäre zu kreieren, die einem zwar vertraut zu sein scheint, aber so tatsächlich noch nie untergekommen ist.

Beispielhaft dafür sind "Indigo Part 1" und "Indigo Part 2", zwei Interludien, die dem Album seinen Titel gaben und in denen Kandace spielerisch und auf magische Art Anklänge an Rachmaninoff, Portishead und Sade unterbringt. "Don‘t Need The Real Thing" überrascht mit einem luftigen Dancehall-Beat, der bestens in die aktuellen Top 40 passen würde, aber viel musikalischer ist und durch die reizvolle Kombination von schwermütigem Bass mit emsiger Perkussion eine geradezu hypnotische Wirkung entfaltet. Ihre erstaunliche Vielseitigkeit unterstreicht Kandace auch dadurch, dass sie den gemeinsam mit dem Produzenten Jamie Hartman (Rag’n’Bone Man) geschriebenen Pop-Balladen-Kracher "Breakdown" mit der smoothen Jazz-Ballade "Unsophisticated" kontrastiert, in der Roy Hargroves Flügelhorn hervorragend mit Kandace’ Stimme und Klavierspiel harmoniert.

Wenn man Kandace fragt, weshalb sie ihrem neuen Projekt den Titel "Indigo" gegeben hat, gibt sie einem die etwas geheimnisvolle Antwort: "Das Album ist wie eine exotische Blume, einzig in seiner Art. " Je mehr man von dem Album hört, desto mehr Sinn ergibt diese Antwort. Tatsächlich könnte sie sich damit sogar selbst beschreiben.

Aufgewachsen ist Kandace als Tochter eines Soul-Sängers in einer Stadt, die vornehmlich für Country & Western-Musik bekannt ist. Ihr Vater Scat Springs hatte eine eigene Band, arbeitete aber auch als Background-Vokalist für zahlreiche Größen wie Brian McKnight, Chaka Khan, Aretha Franklin, Michael McDonald und Donna Summer. Ihre Mutter wiederum war vollauf damit beschäftigt, drei talentierte Töchter großzuziehen. Kandaces erste Leidenschaften waren Zeichnen und Autos. "Mein Vater schenkte mir ein Matchbox-Auto und meine Mutter eine Barbie-Puppe", erinnert sie sich amüsiert. "Ich habe der Barbie einen Schnurrbart angemalt und nie wieder mit ihr gespielt. Das Matchbox-Auto habe ich noch heute."

Ihr Vater öffnete Kandace die Ohren für die Musik von Legenden wie Nina Simone, Ella Fitzgerald, Eva Cassidy und Luther Vandross. Er half ihr auch, als sie mit fünfzehn Jahren ihre ersten Demos machte und an das erfolgreiche Produzententeam Evan Rogers und Carl Sturken (Rihanna, Shakira, Christina Aguilera, Kelly Clarkson) schickte. Den angebotenen Deal schlug Kandace dann aber doch erstmal aus. "Mein Vater sagte: ‘Wenn du bei diesen Jungs unterschreibst, werde ich nie die Chance haben, ein Album mit dir zu machen’", erinnert sich Kandace. "Ich bin froh, dass ich gewartet habe." Denn dieses gemeinsame Album machten sie dann, als sie 17 war, auch wenn es nie veröffentlicht wurde. Auf "Indigo" erscheint nun immerhin eines der Stücke, die sie damals zusammen eingesungen hatten. Da Scat Anfang 2017 einen Schlaganfall erlitt, der es ihm vorerst unmöglich macht zu singen, wurde sein Gesang von der ursprünglichen Aufnahme übernommen und in die neue Musik hineingeschnitten. Angetrieben von Kandace‘ charakteristischem Spiel auf dem Fender Rhodes ist "Simple Things" das schlagende Herz dieses Albums.

In Produzent Karriem Riggins fand Kandace genau den richtigen Partner für die Zusammenarbeit an dem neuen Album. "Ich liebe es, Genres zu kreuzen, und die Vorgabe für ‘Indigo’ war, all die verschiedenen Dinge miteinander in Einklang zu bringen, um ihre Geschichte zu erzählen", sagt Karriem, der seine Schlagzeug-Parts in diversen Studios einspielte, während er mit Diana Krall auf Tournee war. Später fügte er die Einzelteile am Mischpult zusammen. "Es klingt organisch, weil alles um das Songwriting herum gebaut wurde. Sie hat auf dem Klavier so viel mitzuteilen, und ihre Stimme ist verblüffend - sie ist der Mittelpunkt des ganzen Sounds. Ich habe darauf geachtet, alles einfach zu halten und ihm etwas Schlagkraft zu verpassen. "

Einige der Songs schrieb Kandace zusammen mit ihren alten Gefährten Evan Rogers und Carl Sturken, darunter "Piece Of Me", in dem sie auf atemberauebende Weise einmal mehr an Sade erinnert. Gemeinsam schufen die drei auch den von Chopins "Prelude No. 4" inspirierten Song "Fix Me" und das groovige Klagelied "Love Sucks", das Evan und Carl zusammen mit Jimmy Hogarth (Amy Winehouse, Corinne Bailey Rae) produzierten.

Zu den besten Aufnahmen von "Indigo" gehören einige der schlichtesten: etwa das bezaubernde "Black Orchid", in dem Jesse Harris mit seiner akustischen Gitarre zu hören ist, das Stylistics-Cover "People Make The World Go Round", das Remake von Gabriel Garzón-Montanos "Six Eight" oder das durch Roberta Flack bekannt gewordene "The First Time Ever I Saw Your Face". Letztere Nummer, seit geraumer Zeit ein Publikumsliebling bei ihren Live-Auftritten, hat für Kandace Springs einen besonderen Stellenwert: "Ich spielte es 2014 auf ausdrücklichen Wunsch von Prince, als ich zur Feier des 30. Geburtstags von ‘Purple Rain’ in Paisley Park auftrat", sagt sie. "Begleitet wurde ich dabei von seiner Band, während er selbst das Geschehen von der Seite beobachtete. Das werde ich nie vergessen. " Für Kandace bedeutete der Auftritt den großen Durchbruch.

Wenn man genau hinhört, kann man im Text von "Fix Me" eine Referenz an Prince heraushören. Doch die beste Ehrerweisung, die sie ihm, Nina Simone und ihrem eigenen Vater zollen konnte, bestand darin, wie Karriem Riggins es formuliert, "etwas zu erschaffen, das diese Kunstform bereichert". Mit "Indigo", einem Album, das so einzigartig ist wie Kandace Springs, ist ihr genau das hervorragend gelungen.

Videos
http://www.jazzecho.de/kandace-springs/home

Tour
In Vorbereitung bei Karsten Jahnke Konzertdirektion

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In Vorbereitung bei Karsten Jahnke Konzertdirektion

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Kontakt:
Sabine Beyer
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