CHARLIE SIMPSON

CHARLIE SIMPSON "YOUNG PILGRIM" - VÖ: August 2012

 „Das war echt ne verrückte Reise“, sagt Charlie Simpson, gerade mal demnächst 27 und nach einer Dekade im Musikbetrieb doch schon fast ein Veteran. Mit der Multi-Brit-Award-Winning-Band Busted fing sie an die Reise - juveniler Punk-Pop mit schwer pochendem Herzen. Mit Fightstar und hartem, aber melodischem Alternative-Rock  ging sie weiter. Tja, und nun pilgert der Musiker aus Woodbridge, Suffolk einfach so zu seinem ersten Solo-Album: „Young Pilgrim“ gießt akustisch grundierten, emotional packenden,  doch nie bloß gefühligen Folk-Rock so selbstverständlich in zwölf ganz eigene Songs, als hätte er schon sein ganzes Leben lang nichts anderes im Sinn gehabt. Hat er ja vielleicht auch nicht.

   Mit Fightstar hatte Simpson zuletzt das Shepherd’s Bush Empire ausverkauft, während „Be Human“ an die Spitze der Independent Album Charts kletterte. Vermutlich genau der richtige Zeitpunkt, um eine neue, nochmal ganz andere Seite von sich zu zeigen. „Ich hatte schon immer ein Solo-Album im Hinterkopf“, erklärt er, „ich wusste nur lange nicht, mit welcher Musik sich das manifestieren sollte.“ Simpson wusste aber, dass er auch mit Crosby, Stills & Nash großgeworden war, bevor es ihn auch zum Werk modernerer Songwriter wie Elliott Smith und Bonnie „Prince“ Billy zog. So entwickelte sich die Liebe zu akustischen Klängen parallel zu seinem Faible für härtere Sounds. „Als ich mich für Metal Bands wie die Deftones und Sepultura zu interessieren begann, stand ich auch wahnsinnig auf Songschreiber wie Jeff Buckley.“ Und hatte er nicht seine ersten Akustik-Stücke schon im zarten Alter von sieben Jahren probiert? Doch, hatte er. 

Charlie Simpson kommt ohnehin aus einer hochmusikalischen Familie die weit zurück reicht bis zu seinem Ururgroßvater Sir William Sterndale Bennett, der ein bekannter englischer Komponist und Pianist war und auch seine beiden Brüder sind als Musiker aktiv.

 Schreiben wollte Simpson aber schon – und stellte dann fest, dass er ganz auf sich allein gestellt halt ziemlich andere Sachen schrieb. „Es war halb furchterregend, und halb beglückend“, rekapituliert er diese aufregende Phase. Als sie abgeschlossen war, suchte Simpson die Expertise von Produzent Danton Supple (Coldplay, Doves). Gemeinsam richteten sie sich in den State Of The Ark-Studios ein, um dort ihre Version eines klassischen Westcoast-Sounds Wirklichkeit werden zu lassen. Es ist ein Sound, der Stimme(n) und Instrumente auch mal dicht schichtet – und die Musik doch immer frei atmen lässt. Ein Sound, der nicht auf polierte Perfektion aus ist, sondern auf Charakter, Charme und Wärme, kleinere Fehler inklusive. 

Bis auf das Schlagzeug, das er dann doch lieber der einfallsreichen Fachkraft Reuben Humphries überließ, hat Charlie Simpson für „Young Pilgrim“ (fast) alle Instrumente selbst gespielt. Dazu kam ein von Cellistin Audrey Riley arrangiertes Streichquartett, das gleich im treibenden Opener „Down Down Down“ sowie in drei weiteren Songs seine Akzente setzt. Nicht zu vergessen auch das subtile Zusammenspiel von Adam Chetwood’s Pedal Steel Gitarre und Nick Foot’s Harmonika, das dem coming-of-age-Szenario “Farmer & His Gun“ genau die richtige Klangfarbe gibt, wenn Simpson beschwörend „it’s best to lose yourself before you ever lose your pride“ singt. 

 „Harmonie“, sagt Charlie Simpson, „ist für mich das Wertvollste. Deshalb ist „Pet Sounds“ eins der besten Alben, die je gemacht wurden.“ Nun ersteht hier nicht gleich das Genie (und der Wahnsinn) der von Brian Wilson dirigierten Beach Boys auf. Doch auffällig ist schon,  wie souverän und mutig Simpson auf „Young Pilgrim“ mit seiner Stimme und Stimmen überhaupt spielt. Im bittersüßen „Thorns“, im Liebe-gegen-jede-Chance „Sundown“, vor allem im kraftvoll pulsierenden „Hold On“. Simpson sagt: „Da gibt’s buchstäblich fünf Stimmen, aus denen ich Akkorde bauen wollte.
  Bewegend ist auch dieser melancholische Grundton von „Young Pilgrim“, wobei Charlie Simpson der Sonne des Sommers, in dem das Album entstand, freilich immer ihre Chance einräumt. „Some of us will stay in the darkest holes, but some of us will find the light“, singt er in “All At Once”. Er habe sich für dieses Stück vorgestellt, sagt Simpson, “dass Jackson Browne mal ein paar Skiffle-Beats gehabt hätte.“ Ein weiterer Höhepunkt ist „Cemetery“, mit der ziemlich unsterblichen Zeile „we chewed on candy until we couldn’t feel our teeth“. Es ist ein durchaus sentimentaler Shuffle, ein Echo auch auf seine Punk-Wurzeln, getrieben von Jonny Bridgewood’s Double Bass (noch ein Gast) und der Erkenntnis, dass die Tage der Jugend, da alles „offen wie eine Straße und ohne jede Verantwortung“ vor einem lag, nicht mehr zurückkehren werden. 

Aber das ist gar nicht so schlimm. Wie singt Charlie Simpson abschließend im hymnischen “Riverbanks”? „Just open your eyes, something beautiful is happening…” Manchmal muss man auch die Ohren öffnen (und dabei vielleicht die Augen schließen), um Schönheit zu erkennen. „Young Pilgrim“ ist ein schönes Beispiel dafür.

„Young Pilgrim“ ist in UK bereits erschienen und dort in die Top 10 der Charts eingestiegen.
Hierzulande erscheint das Album auf PIAS Mitte August. Charlie Simpson kommt Mitte/Ende Juni für Interviews nach Deutschland. Livetermine werden in Kürze bestätigt.

Tracklist:

1. Down Down Down
2. Parachutes
3. All At Once
4. Thorns
5. Cemetery
6. Hold On
7. I Need A Friend Tonight
8. Suburbs
9. Sundown
10. Farmer & His Gun
11. If I Lose It
12. Riverbanks 

VÖ Mitte August, PIAS im Vertrieb von Rough Trade


Kontakt:
Medienagentur
E-Mail



Zurück


 
 Sie benutzen den veralteten Internet Explorer 6. Bitte verwenden Sie Mozilla Firefox oder Internet Explorer 8