LAIL ARAD

Heute zieht es wieder die ganze Welt, und  besonders die Bohème, nach Berlin, wo man bis vor kurzem bestenfalls  nur einen Koffer geparkt hatte. Diesem Thema (u.a.) widmet sich auf sehr charmante Weise die junge Sängerin Lail Arad  aus London, die vor ihrem langweiligen Lover Reißaus nehmen will. 

Erste Station: London. In einer Ecke von Lails Apartment türmen sich verstaubte LPs, allesamt entwendet. Von Woody Guthries „Songs To Grow On“ bis hin zu Incredible String Bands „The 5000 Spirits“, wurden sie nach und nach aus der Plattensammlung ihrer Eltern „gerettet“. 

„Was meine Freunde in den 90ern hörten, ging an mir irgendwie vorbei – ich war damit beschäftigt, mir alle Songs von Simon & Garfunkel, Joni Mitchell, The Kinks und vieler anderer beizubringen“ sagt die 27-Jährige. Das merkt man Lails Debut „Someone New“ an. Es ist ein faszinierendes Geschichtenbuch geworden, voller Jugend, Witz, und randvoll mit „sophisticated  pop melodies“, die man auf diesem Niveau normalerweise nur von ihren musikalischen Vorbildern erwarten würde.

Aber es sind nicht nur diese Songs mit Ohrwurmqualitäten, die man sofort mitsummen will. Vom Eröffnungssong „Over My Head“ – einem Liebeslied,  dessen Protagonistin mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts  hadert (“the universe is way over my head, stars we see they are already dead, does that mean we cannot move ahead?”), bis  zu der ambivalenten Geschichte voller Selbstekels „Who Am I“, die die merkwürdige Entwicklung eines Hippiekindes erzählt, fragt man sich die ganze Zeit: Wer ist diese junge Songwriterin mit der manchmal spitzen Zunge, deren Texte ein  so großes poetisches Talent offenbaren?

„Meine Eltern kamen Anfang der Siebziger von Tel Aviv nach London. Mein Vater studierte Architektur, meine Mutter Psychologie. Ich wuchs in einem sehr kreativen Zuhause auf, mir erschien das alles sehr normal, es war aber sicher eher unkonventionell. Eine unaufhaltsam wachsende Sammlung mit Dingen von der Straße oder den umliegenden Märkten war da und ständig waren viele Leute zu Besuch. Ich ging auf eine fortschrittliche Schule, Musik bildete dort den Schwerpunkt. An den Wänden waren Aushänge mit Musikersuchanzeigen, wir bildeten ständig neue kleine Bands, übten Coverversionen. So fing das alles an.“

Die Inspirationen eines kreativen Umfeldes und alte Vinylscheiben ergeben nicht zwangsläufig einen großen Künstler. Glücklicherweise verfügt Lail aber auch über die Stimme, die es dazu braucht. Mal voller Kraft, mal auch sanft, aber immer unangestrengt singt sie ihre Geschichten über das Alltagsleben voller Intrigen und Gemeinheiten. Mit ihren witzigen Liedern über ihre Erfahrungen im Londoner Großstadtleben hatte sie sich bei ihren Konzerten ein treues Fanpublikum erspielt.  

„Ich habe nie geplant Lieder zu schreiben, die komisch sind. Ich bin schließlich kein Comedian. Ich versuche so ehrlich wie möglich über Sachen, die ich erlebe oder erfahre, zu schreiben, und manchmal kommt es dann humorvoll rüber, besonders wenn es um Beziehungen geht.  Schreibt man über Details, die jedem vertraut sind, und spricht offen darüber, dann sehen die Leute oft den komischen Aspekt darin, auch wenn sie vielleicht zuerst vielleicht betrübt sind.  Viele meiner Lieblingskünstler – Jonathan Richman, David Byrne –  schreiben Texte voller Humor, selbst wenn die Themen oft eher traurig sind.“

„Kulturell gesehen nehme ich immer so etwas wie eine Außenseiterposition ein, aber in Londons großem Gemisch kann sich eigentlich keiner wirklich so fühlen. Für mich war das Machen des Album so, als ob ich einen Haufen Musiker, ex-boyfriends, köstliches Essen und geheime Tagebücher in eine große Waschmaschinentrommel geworfen hätte, das Ganze dann bei Höchsttemperatur so lange geschleudert hätte, bis schlussendlich ein wunderbares buntes Kleid herauskam, das ich schrecklich gern anziehe.“ 

In Frankreich hat man sie schon ins Herz geschlossen; dort feiert sie mittlerweile großen Erfolg mit ihrem Debut-Album. Aber - Berlin und alle anderen können aufatmen: ab dem Frühling wird sie auch in Deutschland für Wirbel sorgen.

VÖ: 20.4.2012 IM VERTRIEB DER IN-AKUSTIK
RHYTHM ATTACK PRODUCTIONS R.A.P. RT 600-2


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