MILES DAVIS: The Warner Years 1986 - 1991

Es sollte dann schon sein letzter Vertrag werden. Nachdem er der Welt bahnbrechende Meisterstücke wie „Kind Of Blue", „Sketches Of Spain" und „Bitches Brew" geschenkt hatte, unterschrieb Miles Davis 1985 bei den Warner-Brüdern, um sich noch einmal ein bisschen neu zu erfinden. Oder vielleicht besser: neu erfinden zu lassen. Von Bassist und Produzent Marcus Miller nämlich, der Davis und seine unverwechselbare Trompete inmitten von Samples, Drum-Loops und programmierten Sounds wieder ganz modern, aber doch nie bloß hübsch trendy klingen ließ. Ende September jährte sich der Todestag von Miles Davis zum 20. Mal - Anlass genug, um mit der opulent ausgestatteten 5-CD-Box „Miles Davis - The Warner Years 1986-1991"  noch einmal auf die letzte Schaffensphase dieses großen Musikers zu schauen.

  Schon Anfang der 80er-Jahre tauchte Marcus Miller erstmals in der Band von Miles Davis auf, doch erst beim Warner-Debüt „Tutu" konnte der Bassist mit dem Funk/R'B-Background auch die Studioregie übernehmen, als Co-Produzent (von Tommy Lipuma) und Autor der meisten Stücke. Doch fand mit „Perfect Way" auch ein Pop-Song (von Scritti Politti) ins Repertoire. Das Ergebnis klang 1986 wie ein aktualisiertes Gegenstück zu „Sketches Of Spain" und wurde mit einem Grammy bedacht. Nach dem Soundtrack „Music From Siesta" (der hier ebenso wie seine spätere Arbeit für „Dingo" in Auszügen vertreten ist) erweiterten Miller und Davis ihren Ansatz 1989 auf dem letzten gemeinsamen Album „Amandla". Moderne Studiotechnologie ging hier Hand in Hand mit blendend aufgelegten Live-Musikern, die auch Go-Go-Rhythmen und Zouk-Elemente zum Swingen brachten. „Mr. Pastorius" berührte als Tribute für den verstorbenen Weather Report-Bassisten Jaco Pastorius.

   Sein letztes Album konnte Miles Davis leider  nicht mehr ganz fertig stellen. Für das von New Yorker Straßensounds inspirierte, HipHop-orientierte „Doo-Bop" waren sechs Stücke im Kasten, als er am 28. September 1991 in Santa Monica starb. Easy Mo Bee ergänzte das Material für die posthume Veröffentlichung aus den bisher unveröffentlichten Rubber Band-Sessions und baute darum herum für die Titel „High Speed Chase" und „Fantasy" Tracks, die Miles, so der Produzent, „geliebt hätte". Aus denselben Sessions haben nun mit „Maze" und See I See" weitere noch nicht veröffentlichte Stücke den Weg in diese Box gefunden, für die der bekannte Biograph Ashley Khan die Linernotes verfasst hat.

  Ebenfalls posthum wurde „Miles & Quincy Live At Montreux" veröffentlicht. Auf dem populären Jazz-Festival in der Schweiz hatte Davis kurz vor seinem Tod gemeinsam mit Quincy Jones und Orchester-Begleitung erstmals seit Dekaden wieder sein Repertoire aus den 40er und 50er-Jahren interpretiert, mit Klassikern wie „Summertime" oder Gil Evans' „The Pan Piper". Auch der zweite Konzertmitschnitt „Live Around The World" mit seiner Band um den Lead-Bassisten Foley dokumentierte hinreichend, dass Miles Davis in seinen letzten Jahren auch auf der Bühne so produktiv und kreativ wie schon lange nicht mehr war. Und wenn man dann noch die Musiker und Sänger Revue passieren lässt, die in diesen fünf Warner-Jahren zur Kollaboration mit dem als schwierig geltenden Genie antraten. Chaka Khan, Kenny Garrett, Shirley Horn, Zucchero, Cameo, Scritti Politti...  Lipuma führen.


  • - Tutu (1986)
  • - Music from Siesta (excerpts, 1987)
  • - Amandla (1989)
  • - Dingo OST (excerpts,1990)
  • - Live Around The World (1996)
  • - Miles & Quincy Live At Montreux (1991)
  • - Doo Bop (1993)

      -   Unreleased and rare tracks, guest appearances

Miles Davis - The Warner Years 1986-1991

5 CD Edition

UPC NO: 5052498784721

VÖ-Datum: 11.11.2011

 

 


Kontakt:
Stefan Michel
040 – 5149 1467
E-Mail



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