ELISE LeGrow

ELISE LeGrow - Debut-Album "PLAYING CHESS" - VÖ: 16. Februar 2018 - Video zum Einstimmen siehe unten!

Etwas geradezu Magisches geschieht, wenn der Refrain des Album-Openers „Who Do You Love“ seine Sogkraft entfaltet. In diesem Moment suchen die Stehaufmännchen im Unterbewusstsein nach Koordinaten, weil einem das Stück, das man gerade hört, wie ein Song erscheint, den man seit Jahrzehnten kennt. Allerdings einer, der dergestalt radikal neukonzipiert worden ist, dass er taufrisch klingt. Wenn die wärmende Strömung des Wiedererkennens auf die anregende Begeisterung des Neuentdeckens trifft, verliebt man sich umgehend in Elise LeGrow und ihr Debütalbum „Playing Chess".

Von S-Curve Records-Gründer Steve Greenberg, R&B-Legende Betty Wright und dem Studiogenie Mike Mangini produziert, die auch für Joss Stones Millionenseller „The Soul Sessions“ verantwortlich zeichneten, basiert „Playing Chess“ ausschließlich auf Songs des legendären Chess-Labels aus Chicago. Pioniere wie Muddy Waters, Etta James, Bo Diddley und Chuck Berry waren bei Chess Records beheimatet. Statt der detailgenauen Nachbildung des allseits hochgeschätzten Materials, befreien LeGrows Interpretationen die Stücke aus ihren wohlbekannten Entsprechungen. Sie formt das Material durchweg zeitgemäß, indem sie die Vergangenheit und die Gegenwart unentwirrbar miteinander verwebt. Die 11 Stücke des Albums, ein Mix aus allseits beliebten Klassikern und weniger bekannten Raritäten, beleuchten LeGrows beeindruckende Stimme und ihr überaus innovatives Können als Arrangeurin perfekt. Ihre Arrangements brechen die komplette Pop-Historie auf einen außergewöhnlichen Punkt runter, an dem jeder Song und jedes Genre in endloser Abfolge von Möglichkeiten zueinander finden können.

„Wir hatten eine klare Vorstellung davon, wie das Album klingen sollte“, erinnert sich LeGrow. „Gleichwohl schufen wir eine Menge Raum für Experimente. Die Vielfalt der Platte ergab sich aus dem Aufeinandertreffen meiner eigenen musikalischen Einflüsse mit denen meiner Studiogefährten - genreübergreifend und mehrere Dekaden umfassend.“

Die benannten Einflüsse decken ein wahrlich riesiges Spektrum ab, das alles zwischen Whitney Houston, Mariah Carey, Nina Simone und Martha and the Vandellas streift. LeGrows Enthusiasmus fürs Singen begann etwa zum gleichen Zeitpunkt als sie zu sprechen begann. Kaum dem Kindesalter entwachsen, bahnte sie sich in den Nachtclubs ihrer Heimatstadt Toronto einen eigenen Weg durchs American Songbook, während sie nebenher noch mit einer Indie-Rock-Band tourte. Als ihre Stimme erstmalig die Ohren von Greenberg und Mangini erreichte, wussten die beiden Veteranen sofort, dass sie eine Volltreffer-Entdeckung gelandet hatten.

„Wir waren seit sehr langer Zeit nicht mehr versucht gewesen, mit irgendwem ein Soul-Album aufzunehmen“, sagt Mangini. „Weil uns schlicht keine Stimme dahingehend bewegte. Aber als Steve und ich Elises Stimme hörten, die unglaubliche Tiefe und Vielfalt besitzt und mühelos zwischen seidener Geschmeidigkeit und erdig-rauen Tönen gleitet, wussten wir sofort, dass wir unser Team wiederbeleben und dieses Album aufnehmen sollten."

Obwohl LeGrows Vater aus der Gegend um Chicago herum stammt und ihr Großvater als Drummer und Trompeter in der Jazz-Szene der Stadt in den 50's mitmischte, war Elise nur flüchtig mit der Historie von Chess Records vertraut. Es gab entsprechend viel zu entdecken für sie, als Greenberg und Mangini das Album-Projekt vorschlugen.

„Ich war ein Fan von Etta James, Chuck Berry und Bo Diddley“, erklärt sie. „Aber mir war nicht klar, dass die alle Teile der Label-Familie von Chess waren. Ich liebte deren Musik über die Jahre, ohne mir dieser Tatsache bewusst gewesen zu sein.“

Zum Auswählen des Materials für „Playing Chess“ stürzte sich LeGrow kopfüber ins Chess-Repertoire und durchsuchte die Discographie des Labels nach fesselnden Tracks, die sich in glaubwürdiger Weise mit ihren eigenen Lebenserfahrungen deckten. Ein großartiger Song alleine hätte es nicht gebracht. Die Texte sollten Elises Persönlichkeit und Überzeugungen reflektieren, um von ihr mit neuem Leben gefüllt zu werden.

„Ich verbrachte Stunden, Tage und Wochen damit, Songs auszuwählen, mit denen ich mich am stärksten identifizierte", reflektiert LeGrow. „Gleichzeitig war ich aber komplett offen für alle Song-Schätze, die Steve ausgegraben hatte. Er gleicht einem wandelnden Musiklexikon und ich vermutete, dass er mir ein paar Song-Edelsteinen vorschlagen würde. Als ich erstmals nach New York kam, um mit meinen Produzenten über das Album zu sprechen, nahmen Steve, Mike und ich uns sieben Stunden Zeit, um über das ganze Chess-Material zu grübeln. Es lag eine unglaubliche Energie in der Luft und wir fühlten uns erstmals richtiggehend als Team.“

Als LeGrow ein paar Monate später für die ersten Aufnahmesessions nach New York zurückkehrte, traf sie das abschließende und bekannteste Teil des Teams, Betty Wright.

„Betty besitzt unglaubliche Lebenskraft und Persönlichkeit, womit sie jeden Raum ausfüllt“, erzählt Elise. „Wir haben eine Menge Zeit alleine im Studio verbracht, nur wir beide. Betty besitzt ein inspirierendes Vokabular, das mich staunen ließ. Ihre Anwesenheit trug wesentlich zu meinen Gesangsleistungen bei. Sie hat meinem Album-Projekt mit ihrem Feingefühl einen entscheidenden Glanz verliehen.“

Das Album beginnt buchstäblich mit einem Knall, wenn ein explosives Funk-infiziertes Drum-Fill die Türe zu einer Songfolge aufreißt, die fesselt und erpicht danach lugt, Erwartungen zu unterwandern. LeGrows Version von „Who Do You Love“ ist weniger Bo Diddley als viel mehr George Clinton. „Rescue Me“ filtert den 60s-Soul durch die Linsen von Labi Siffres vergessenem 1975er R&B-Track „I Got The Blues“, auf dem Eminems 90er-Jahre Hit „My Name Is“ fußte. Johnnie and Joe's Doo-Wop-Track „Over The Mountain“ aus den 50's, klingt in LeGrows überarbeiteter Version wie ein 70's-Song, der von Akustikgitarre und Piano angetrieben wird und kurz „Rill Rill“ von Sleigh Bell zunickt, das wiederum ein Sample des Funkadelic-Klassikers „Can You Get To That“ beinhaltet. Wenn die Synapsen an diesem Punkt ein ausgelassenes Fest feiern, beginnt die Entdeckungsreise erst richtig. Losgelöst von ihren Kontext-Leinen, sind die Songs besonders empfänglich für neue Lebensgeister und die Verknüpfungen mit einer endlosen Reihe verschiedener Tupfer des Popmusik-Kontinuums. Die Resultate dienen sich förmlich dazu an, die frisch interpretierten Songs in ihrer wunderbaren Vielseitigkeit und Zeitlosigkeit neu schätzen zu lernen.

„Elise besitzt ein Gespür dafür, sich einen zeitlosen Song zu eigen zu machen", sagt Betty Wright. „Ihre Stimme steckt voller Gefühl, Kraft und Glaubhaftigkeit. Man vergisst beinahe, wie brillant die Originale sind, denn ihre Versionen verleihen dem, was ohnehin schon gut ist, eine ganz besondere Note.“

Etta James' „Can't Seem To Shake It“ schäumt in LeGrows kompetenten Händen über vor Ronnie Specter-Keck, während „Hold On“, ein Albumtrack von The Radiants, die Motown-Ära der Jackson 5 kanalisiert. „Can't Judge A Book“ mischt „You Can't Judge A Book By Its Cover" und „You Can't Catch Me" zu einer Wohlfühlhymne über Individualismus und Selbstentfaltung. Als Überraschungsgast übernimmt Questlove die Drummer-Aufgaben in „Long and Lonely Nights“, dessen Original von seinem Vater Lee Andrews 1957 für Chess geschrieben und aufgenommen worden war. Die wohl am wenigsten erwartete musikalische Neuerfindung des Albums ist Chuck Berrys Song „You Never Can Tell“, der aufs Wesentliche reduziert, als Stimme-und-Gitarre-Schönheit komplett neu aufblüht.

„Das Arrangement schrieb ich bereits 1978, als ich den Text in einem Buch über die Rockgeschichte in einem Kibbuz in Israel fand, wo ich als Teenager ein freiwilliges soziales Jahr ableistete“, erinnert sich Greenberg. „Obwohl ich den Song nie zuvor gehört hatte, fand ich den Text unglaublich gut. Da ich seinerzeit keine Möglichkeit fand, die Platte zu hören, schrieb ich halt meine eigene Melodie dazu, um den Song am Lagerfeuer spielen zu können."

40 Jahre später wird ebenjene intime, von Folk inspirierte Version, mit all ihren Referenzen an Berrys außergewöhnliche Art als Jongleur der Worte, durch LeGrows herzzerreißend-bittersüße Darbietung zu richtigem Leben erweckt.

Letztendlich lassen die durchweg spektakulären stimmlichen Leistungen das Album zu einem Triumph werden. LeGrows Stimme verbindet brennende Leidenschaft mit anspruchsvoller Eleganz. Ein Hauch rauer Färbung lauert unter der Oberfläche, die ihrem samtenen Gesang eine sublime Reibeisen-Charakteristik verleiht. Diese Art Stimme hätte jedem Star in jeder Ära gutgestanden. Diese Art Stimme hätte jedem Star in jedem Genre gutgestanden. Denn es ist die Art Stimme, in die man sich unmittelbar verliebt.

VIDEO ZUM EINSTIMMEN:

Video link zur einer accoustic performance von Elise Le Grow. Password: live

https://theorangelounge.screenlight.tv/shares/8ACSN6RejnYt64RiLQkIksFUIv0pKpjT/assets/580328


Kontakt:
Sabine Beyer
040 – 5149 1466
E-Mail



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