POKEY LaFARGE

POKEY LaFARGE - Manic Revelations (Concord) - VÖ: 19.05.2017

Tag für Tag, den Bleistift in der Hand, immer in Blau gekleidet. Sich nie zufrieden geben. Unruhig. Unvollständig. Halb wie ein Geschäftsmann, halb wie ein Hausmeister gekleidet, versucht Pokey LaFarge die Schwierigkeiten zu verstehen, die er beobachtet hat und in denen er selbst schon steckte. Das ist, was seine unendliche Leidenschaft für das Songwriting befeuert. Ein unstillbares Bedürfnis gehört zu werden, in einer Welt, in der jeder spricht und niemand zuhört.

Die Songs von Pokeys neuem Album “Manic Revelations” aber erfordern Aufmerksamkeit. Jeder Akkord, jedes Riff verleiht den Geschichten, die er in seinen Texten entwirft, andere Farben. Viele dieser Geschichten sind von einer gewissen Dunkelheit und von Zorn gezeichnet. Songs wie diese kann man nicht schreiben, wenn in einem selbst nicht ein Feuer brennt. “Die Dunkelheit? Der Zorn? Sie brechen sich in meinem Gesang und in meiner Leidenschaft Bahn. Mit einem wunderschönen Text und einer wunderschönen Melodie.” Pokey träumt nicht von einem sorglosen Leben. Darüber können gerne andere Songwriter schreiben. Er braucht die Reibung und die Konfrontation. “Darum geht es für mich bei dem gesamten Album: komponieren und konfrontieren.”
“Die manische Offenbarung ist ein Zustand, in dem Künstler erschaffen”, sagt Pokey LaFarge. “Als ich diese Songs schrieb, gelangte ich an einen Punkt, an dem ich mich wie ein brennendes Haus fühlte, das einfach weiter brannte.”

“Manic Revelations” beginnt mit einer sogenannten kalten Eröffnung. Das Knacken der Snare und ein nachdrückliches Bass-Riff dienen als Weckruf. Danach legt “Riot In The Streets” einen Zahn zu . Wenn man auf halbem Weg durch den Song ist, wird einem klar, dass die Story - in der sich Reiche ebenso wie Arme für einen Aufstand organisieren oder friedlich protestieren, während die Nachrichtenmoderatoren im Fernsehen die Szene ziemlich unzuverlässig schildern - mit Bedacht erzählt wird; Pokey LaFarge versucht nicht, den Hörer auf die eine oder andere Seite zu ziehen. “Ich bin eine Person mit klaren Ansichten”, sagt Pokey. “Aber das erstreckt sich nicht unbedingt auf meine Texte. Ich war immer ein Beobachter. Um eine Geschichte zu erzählen, muss man nicht seine eigenen Ansichten in ihr äußern. Es geht darum etwas zu schildern.”

In “Must Be A Reason” ver- und entlieben sich Leute - und verlieben sie sich dann wieder neu. In diesem Lied und auf dem gesamten Album schiebt Pokey, wo immer er kann, traurige Untertöne ein. Nicht weil er denkt, dass das unterhaltsam wäre. Sondern weil er es gelebt hat. Und er weiß, dass andere diese Traurigkeit auch kennen. Auf einem Album, das voller persönlicher und kultureller Druckablassventile ist, ist dieses Stück eines über die Politik der Romanze. “In einer Beziehung”, sagt Pokey, “gehen einem die Geschichten aus, die man erzählen kann. Es gehen einem die Entschuldigungen aus. Irgendwann weiß man nicht mehr, wie man seine Partnerin zurückerobern soll. Manchmal steht man vor einem Abgrund - sie ist bereit dich zu verlassen. Aber ich erinnere mich immer daran, dass jemand einmal sagte: die einizge Art zusammenzubleiben ist verflucht nochmal zusammenzubleiben.”

“Bad Dreams” illustriert eine klassische “wo auch immer du hingehst, du kannst dir selbst nicht entkommen”-Geschichte: ein Pärchen bricht von Zuhause auf, um die Welt zu bereisen. Sie wollen den heimischen Spannungen entfliehen. Manche nennen das einen “geographischen Tapetenwechsel”. Aber wenn man nach Hause zurückkommt, wird einem klar, dass der Ortswechsel nicht geholfen hat; das wahre Problem starrt einen immer noch aus dem Spiegel an. “Es wird einem bewusst, dass man zu denselben Problemen zurückgekehrt ist, die einen überhaupt erst auf Reise gehen ließen”, erläutert Pokey. “Es hat nichts mit der Lokalität zu tun. Man kann sich selbst nicht entfliehen.”

Wenn man sich nur eine dieser zehn manischen Offenbarungen anhören wollte, dann sollte diese “Silent Movie” sein. Das Stück schrieb er in fünfzehn Minuten. Fünfzehn Minuten! Ein ganzes Jahrzehnt, das er betrachtend, schreibend und reisend verbrachte, gipfelt in diesem Song. Und um die Wahrheit zu sagen, einen derartigen Song hat man von Pokey LaFarge noch nie gehört. “Silent Movie” kann sich mit den besten gesellschaftlichskritischen Liedern von Harry Nilsson, Glen Campbell und Kris Kristofferson messen lassen. Während eine einsame Gitarrenlinie den Song voranschleppt, richtet Pokey den Fokus auf ein Kind, das - einen Kopfhörer über die Ohren gestülpt - in der Chicago-Hochbahn sitzt. Vielleicht ist es auf dem Weg zur Schule, vielleicht aber auch auf dem Weg nach Hause. Es macht keinen Unterschied, wo am Firmament die Sonne steht. Die Welt auf der anderen Seite des Zugfensters ist zu viel für das Kind, um von ihm aufgenommen zu werden. “Bedeck deine Ohren und betrachte die Welt, wie sie an dir vorbeizieht”, singt Pokey, “Auf diese Weise überleben wir.” Eine Klarinette träufelt ein betrübendes Muster über die gesamte Szene, und wir beginnen uns zu fragen: Wo kommen wir hin, wenn eine ganze Generation mit einem solchen Gefühl aufwächst? Da ist sie wieder, diese sich dazwischen schiebende Traurigkeit. “Aufwachsen ist ein Schwindel / Die Wahrheit ist eine Lüge”, geht der Song weiter, “Man ist besser dran, wenn man ein Kind bleibt / Bis zu dem Tag, an dem man stirbt / Verharr in deinem Kopf / Oder geh nach draußen und finde einen Platz, an dem du dich verstecken kannst.” “Das Lied handelt davon, sich vom Lärm da draußen abzuschotten”, sagt Pokey, “seinen eigenen Soundtrack zu entwickeln in diesem Land, in dem es scheinbar mehr Fragen als Antworten gibt.”

Nie zufrieden sein. Immer in Blau gekleidet. In die Dunkelheit eintauchen. Wo auch immer du hingehst, du kannst dir selbst nicht entkommen. Verflucht nochmal zusammenbleiben. Besser ein Kind bleiben. Dieses Album ist bahnbrechend für Pokey LaFarge. Das spürt man in jeder dieser zehn Offenbarungen. “Jetzt habe ich meinen Groove gefunden”, meint Pokey. “Ich muss nicht mehr überkompensieren. Niemand sieht so aus oder klingt so wie ich. Und damit habe ich gar kein Problem.”

“Früher hatte ich immer das Gefühl, dass Live-Shows meine Musik am besten repräsentieren”, sagt Pokey LaFarge abschließend. “Jetzt habe ich erstmals den Eindruck, dass ich eine Platte gemacht habe, die besser ist als meine Live-Performances.”

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