Lee Ritenour

Hand aufs Herz: Gipfeltreffen von Gitarristen sind in den allermeisten Fällen nur für andere Gitarristen interessant, nicht aber für den Rest der Musik liebenden Menschheit. Gewohnt als Solisten im Rampenlicht zu stehen, neigen die Maestros des Sechssaiters mehr noch als andere Instrumentalisten dazu, ihre technische Brillanz und rasende Fingerfertigkeit unter Beweis zu stellen. Die Musik bleibt dabei dann oft auf der Strecke und das Ereignis verkommt zu einer präpotenten Leistungsschau nach dem Motto “schneller, höher, weiter”. Damit dies nicht passiert, bedarf es bei solchen Gipfeltreffen eines Produzenten, der sein Handwerk versteht und die Dinge geschickt in die richtigen - nämlich musikalischen - Bahnen lenkt. Lee Ritenour ist dies bei seinem Projekt “Six String Theory” nahezu perfekt gelungen.

Das liegt mit Sicherheit daran, dass Ritenour selbst in seiner langen Karriere nie durch übertriebene Effekthascherei und technokratische Augenwischerei auffiel. Seinen professionellen Einstand gab der in Los Angeles geborene Musiker 1968 mit gerade einmal sechzehn Jahren als Begleiter des Popquartetts The Mamas & The Papas. Und er verdiente sich wegen seiner Flinkfingerigkeit auch gleich einen Spitznamen, der haften blieb: Captain Fingers. Tatsächlich aber verstand es der hochtalentierte Gitarrist stets, seine technische Brillanz in den Dienst der Musik zu stellen. Das machte ihn in der 1970er Jahren zu einem vielseitig einsetzbaren und überaus gefragten Studiogitarristen. Ritenour war bis dato an über 3.000 Plattensessions beteiligt und spielte dabei u.a. mit Pink Floyd, Steely Dan, Dizzy Gillespie, Sonny Rollins, Simon & Garfunkel und Frank Sinatra. Unter seinem eigenen Namen nahm er bisher 40 Alben auf, mit denen er regelmäßiger Gast in den Charts der Kategorien Jazz, Contemporary Jazz und Rhythm’n’Blues ist.

Jetzt hat Ritenour etliche illustre Kollegen der unterschiedlichsten Sparten zu den Sessions für das Projekt “Six String Theory” eingeladen. Insgesamt zwanzig Gitarristen geben sich hier die Ehre: Jazzer wie John Scofield, George Benson, Mike Stern und Pat Martino, Rocker wie Slash, Neal Schon, Steve Lukather, Guthrie Govan (den das amerikanische “Guitar Player Magazine” 2008 zum größten neuen Talent der Szene kürte!) und Tomoyasu Hotei, Bluesgrößen wie B.B. King, Taj Mahal, Robert Cray, Keb’ Mo’, Joe Bonamassa und Jonny Lang, der Country-/Bluegrass-Spezialist Vince Gill und das akustische YouTube-Wunder Andy McKee (dessen Videos auf der Internetplattform schon über 30 Millionen Betrachter begeisterten). Auch zwei neue Talente werden hier der Öffentlichkeit präsentiert: Der aus Montréal/Kanada stammende klassische Gitarrist  Shon Boublil ist jetzt genau in dem Alter, in dem Lee Ritenour einst bei den The Mamas & The Papas seine Karriere begann. Er ging als Sieger aus dem von Lee Ritenour zusammen mit der Yamaha Corp., dem Berklee  College of Music, Monster Music, D’Addario Strings und Concord Records ausgerufenen internationalen “Six String Theory”-Gitarristenwettbewerb hervor. Der achtzehnjährige “Smokin’” Joe Robinson, ein Fingerstyle-Spezialist, schließlich war Sieger des australischen Fernsehwettbewerbs “Australia’s Got Talent”.

Immer wieder mischt dabei natürlich auch Lee Ritenour mit und sorgt dafür, dass seinen Kollegen nicht allzu oft die Pferde durchgehen. Zu den Highlights gehören zum Beispiel seine eigenen Kollaborationen mit John Scofield in dem funky groovenden Opener “Lay It Down”, mit Pat Martino und Hammond-Organist Joe DeFrancesco in der Les-Paul-Hommage “L.P.”, mit Steve Lukather und Neal Schon in der atmosphärischen Rockballade “In Your Dreams”, mit B.B. King, Vince Gill, Taj Mahal, Keb’ Mo’ und Jonny Lang in der entspannten Blues-Jam “Why I Sing The Blues”, mit Andy McKee und erneut Lukather in der traumhaften schönen Nummer “Shape Of My Heart” und schließlich mit Mike Stern und dem japanischen Rock-Superstar Tomoyasu Hotei  in der jazzrockigen “Freeway Jam”.


Kontakt:
Sabine Beyer
040 – 5149 1466
E-Mail



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